OBS De Duizendpoot, Geleen (NL)
Pädagogisches Leitbild als Ausgangspunkt für eine inspirierende Lehrumgebung

Die Grundschule “De Duizendpoot” hat große räumliche Probleme. Die durch vielfältige Verkehrsströme belasteten Flure sorgen für große Unruhe in der Schule, da sich der Lärm der Kinder zwischen den verschiedenen Geschossebenen ungehindert verbreiten kann. Die Struktur der Schule mit Klassenräumen und als reine Verkehrswege genutzten Fluren eignet sich nicht für moderne Unterrichtsformen, die aus pädagogischen Gründen gewünscht werden. Zudem beeinträchtigt das schlechte Raumklima im Gebäude – unzureichender Luftaustausch, im Winter zu kalt und im Sommer zu warm – die Konzentration und das Wohlbefinden von Schülern und Lehrern.

Die räumlichen Probleme werden auch noch dadurch forciert, dass die Schule überbelegt ist - im Verhältnis zur Schülerpopulation entspricht sie in der Fläche nicht den gängigen Normen.

Aus Gründen der Dringlichkeit haben wir das Gebäude zunächst um ein neues Zugangsportal erweitert. Die Wege innerhalb des Gebäudes werden hierdurch verkürzt, die Kinder müssen nicht mehr so viel hin- und herlaufen, um an ihre Ziele zu gelangen. Das verschafft der Schulgemeinschaft die notwendige Ruhe, darüber nach zu denken, welche pädagogischen Anforderungen zukünftig an die Räumlichkeiten gestellt werden.

In einem zweiten Schritt haben wir darum diese Anforderungen mit dem Kollegium herausgearbeitet: In einem partizipativen Prozess wurde inventarisiert, was aus pädagogischer Sicht das Gebäude zukünftig leisten soll.

Dem pädagogischen Bedarf entsprechend, sind im Entwurf die bestehenden Gänge und Klassenräume in eine Lernlandschaft mit kleineren Instruktionsorten und großen gemeinschaftlichen Freiarbeitsflächen umgeformt worden. Gegliedert nach dem Alter der Schüler gibt es thematisch verschieden eingerichtete Spiel- und Lernecken, vielfältige Arbeitsplätze und ausreichend Raum für die Bereitstellung von Lernmitteln. Durch die optimale Ausnutzung der vorhandenen Flächen war es sogar möglich, einen vom Team gewünschten Atelierraum zu realisieren.

Eine erschwerende Rahmenbedingung für die Ausführungsphase liegt darin, dass die Schule keine Ausweichflächen in räumlicher Nähe hat. Um nur drei Klassen während der Bauarbeiten zeitweise extern unterbringen zu müssen, wird der interne Umbau in Clustern von je 3 Gruppenräumen umgesetzt. Dies geschieht in vier Bauabschnitten verteilt über den Zeitraum, in dem die Erweiterung realisiert wird.